Geglückte Heimpremiere gegen die Warriors

Die Johannis Grizzlys haben ihre Heimpremiere in der Corona-Saison der Bundesliga erfolgreich beendet. Eine Woche nach dem zugesprochenen Sieg im Nachgang des Kampfes gegen den ASV Schorndorf, gewannen die Norisstädter das Duell gegen den SC Siegfried Kleinostheim mit 12:9. „Die Jungs haben enormen Teamgeist bewiesen. Ich bin sehr zufrieden“, bilanziert Präsident Dino Noth.

Insgesamt gingen sechs Einzelkämpfe auf das Konto des Gastgebers, der allein im ersten Durchgang viermal jubeln durfte. Seine Premiere im Grizzly-Trikot feierte Yelaman Kadyrseit im Limit bis 57 Kilo im Freistil. Der kasachische Neuzugang fertigte den zweifachen deutschen Meister von 2019, Niklas Stechele, mit 16:5-Wertungspunkten ab. „Er hat starke und blitzschnelle Angriffe gezeigt, das war ein Einstand nach Maß für ihn“, klatscht Cheftrainer Matthias Baumeister Beifall. Im Schwergewicht ging für die Grizzlys Daniel Ligeti auf die Matte. Der ungarische Legionär gewann gegen Marc Bonert mit 2:1-Wertungspunkten. Im dritten Einzelkampf des Abends bis 61 Kilo der Griechisch-Römisch-Spezialisten hatte es Jacopo Sandron mit Ibrahim Fallacara zu tun. Der Italiener gewann am Ende mit 4:0-Wertungspunken. In bestechender Form präsentiert sich weiterhin Johannes Mayer. Eine Woche nach seinem klasse Auftritt in Schorndorf – hier besiegte er seinen ewigen Rivalen Ertugrul Agca – zwang er Marcus Plodek im Halbschwergewicht mit 3:1-Wertungspunkten in die Knie. Im letzten Kampf vor der Pause lag Stoyan Illiev (66 kg/Freistil) gegen den Kleinostheimer Ilir Sefai bereits mit 0:6 zurück, ehe er in der Schlussphase des Kampfes seine ganze Klasse und Erfahrenheit auspackte und noch auf 4:6 herankam. Zur Pause führte der Gastgeber gegen die Unterfranken mit 7:1. „Die Jungs haben das bis zu diesem Zeitpunkt super gemacht. Es gab enge Kämpfe“, so Baumeister.

 

Nach einem 0:6-Rückstand holte Stoyan Iliev (in der Bodenlage) noch auf 4:6 auf und gab somit gegen Ilir Sefai nur einen Mannschaftspunkt ab. Foto: Thomas Hahn

Doch die komfortable Führung schrumpfte. Gleich nach Wiederanpfiff hielt Neuzugang Arian Güney im Limit bis 86 Kilo im griechisch-römischen Stil gegen Pascal Eisele gut mit, ehe er in eine Kopfklammer geriet und nach 4:04 Minuten geschultert wurde. Einen Spitzenkampf zeigte im Anschluss Deniz Menekse (71 kg/Griechisch-Römisch). Obwohl er bereits mit 0:10-Wertungspunkten gegen Alexandrin Gutu aussichtslos zurücklag, kämpfte sich Menekse zurück, zeigte einen starken Auftritt, wuchs über sich hinaus und verlor gegen den 17-jährigen Kadetten-Welt- und Europameister mit 7:13, was für die Gäste nur zwei Mannschaftspunkte bedeutete. Dabei gelang den Warriors allerdings ein Schachzug, weil sie den Moldawier im Limit bis 71 Kilo aufstellten. „Gutu ist ein bockstarker Ringer. Da nochmals zurückzukommen, ist eine starke Leistung“, so Baumeister in Richtung Menekse. Keine Probleme hatte Andreas Walter im Limit bis 80 Kilo im Freistil. Bereits nach 92 Sekunden Kampfzeit führte der Neuzugang mit 12:0-Wertungspunkten. Am Ende gewann er mit 16:4 und heimste für die Grizzlys drei weitere Mannschaftspunkte ein. In den abschließenden Duellen bis 75 Kilogramm musste wie schon vor einer Woche in Schorndorf die Entscheidung fallen. Tim Stadelmann (Freistil) hatte den erfahrenen Routinier Saba Bolaghi zum Gegner. Der deutsche Meister von 2019 musste sich am Ende mit 0:4-Wertungspunkten geschlagen geben, wobei die letzte Zweier-Wertung mit dem Schlussgong fiel. Kleinostheim kam auf 10:9 heran. Doch Zoltan Levai ließ sich im finalen Kampf gegen den mittlerweile 49-jährigen Adam Juretzko nicht unterkriegen. Sechs Minuten ging der ungarische Legionär in den Diensten der Grizzlys volles Tempo und gewann mit 5:2-Wertungspunkten. Gäste-Mannschaftsbetreuer Sharif Yildiz brachte es nach dem Kampf auf den Punkt: „Das war ein guter Ringkampfabend, aber mit dem für Nürnberg glücklichen Ende.“ Baumeister fügt hinzu: „Noch dürfen wir nicht in Jubelstürme ausbrechen“, verweist der Cheftrainer nochmals auf den Kampf gegen Schorndorf, da der zugesprochene Sieg des DRB noch nicht rechtskräftig ist und die Spartaner, wie zu erwarten war, Einspruch eingelegt haben. Dennoch: „Wir haben auch heute Abend gesehen, wie eng und stark unsere Liga ist“, betont Baumeister. Laut Präsident Noth könne man jetzt beruhigt nach Burghausen fahren.

 

Zoltan Levai gewinnt gegen den 49-jährigen Adam Juretzko (rechts) mit 5:2-Wertungspunkten. Foto: Thomas Hahn